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Geschichte 1863 - 1963

Die Geschichte der Mythen-Gesellschaft Schwyz


1863
lm August 1863 beginnt die Geschichte der Mythen-Gesellschaft, als acht unentwegte Schwyzer den Grossen Mythen bestiegen. Seine Schönheit mit der herrlichen Aussicht weckte bei ihnen den Gedanken, ihren Hausberg Bergfreunden zugänglich zu machen. lm «Bote der Urschweiz» wird daher das Erstellen eines Weges propagiert und bereits am 14. November heben im Hotel Hediger fünfundzwanzig Mythenfreunde die Mythengesellschaft aus der Taufe. Es sind:
Commandant Anton Weber *
Landammann Styger
lng. Anton Bettschart *
Salzdirektor Schuler
Gemeinderat Josef Nauer *
welche den ersten Vorstand bildeten, sowie Major Dusser, Präsident Real, Dr. Betschart, Dr. Schönbächler, Ratsherr Hediger, Hotelier Alois Hediger, Bezlrksammann Suter, Kantonsrat Schelbert, Regierungsrat Stählin, Landschreiber Beeler, Hptm. V. Castell, Gemeindeschreiber Triner *, Schulrat Knobel, Felix Rhyner, Sohn, Hptm. A. Aufdermauer, Hptm. Schnüriger, Lt. Jütz, Richter Holdener, Jos. Mar. Gemsch, Prof. A.D. Bommer *.
Die mit * Bezeichneten waren Teilnehmer der erwähnten Besteigung.

Sie beschliessen:
1.    einen möglichst bequemen Weg auf den «Grossen Mythen» zu erstellen,
2.    ein Gasthaus an geeigneter Stelle auf dem Berge zu bauen,
3.    nach Möglichkeit dahin zu wirken, dass dieser Berg von Einheimischen und Fremden bestiegen wird.

Bereits am 15. November beschloss die Oberallmeindgemeinde, dem Gesuch der Mythengesellschaft volIumfänglich zu entsprechen:
1.    Die benannte Gesellschaft sei zur Erstellung eines Fussweges von Schwyz bis auf die Spitze der Mythen, soweit selber
       über Korporationsboden geht, ermächtigt;
2.    sollte die Gesellschaft zur Hebung ihres Unternehmens die Ausführung einer Baute für notwendig halten, so ist derselben nach
       deren Wahl ein Bauplatz auf irgend einer Stelle des Berges bewilligt und sie erhält von der Korporation das zu einer solchen
        Baute erforderliche Holz unentgeltlich in möglichster Nähe angewiesen;
3.     sei die Verwaltung beauftragt, das zur Erstellung des fraglichen Weges nötige Holz, namentlich für Schutzhäge etc. an
        geeigneter Stelle anzuweisen.»

Auch private Liegenschaftsbesitzer (Hof, Steinmattli) räumten der Gesellschaft ein Wegrecht ein, um «zu Fuss oder zu Pferd den Mythen» zu erreichen. Schliesslich luden Zeitungsartikel Freunde eines Mythenweges auf den 26. Dezember zu einer Besprechung ins Hotel «Rössli» in Schwyz ein.

Die gut besuchte Versammlung beschliesst, sofort zweihundert Namensaktien à Fr. 20.-- für ein Aktienkapital von Fr. 4000.-- zu emittieren. Bei Zeichnung von hundert Aktien sei die Gesellschaft konstituiert.
Die vorgelegten Statuten mit folgendem Zweckparagraphen finden die Genehmigung:

§ 1)    
a) einen möglichst bequemen Weg auf den «Grossen Mythen» zu erstellen,
b) ein Gasthaus an geeigneter Stelle auf benanntem Berge zu bauen, wenn sich das Bedürfnis hierfür zeigt,
c) nach Möglichkeit darauf hinzuwirken, dass dieser Berg von Einheimischen und Fremden bestiegen werde.
Erwähnenswert ist noch § 14: 
a) «Die Verrichtungen des Vorstandes sind unentgeltlich. Nur die bei allfälligen Reisen etc. gehabten Barauslagen oder eine
    anhaltende Beaufsichtigung der Arbeiten werden vergütet.»
Der oben erwähnte Vorstand wird als Verwaltungsrat bestellt.

1864
Am 12. Juni 1864 findet die 1. Generalversammlung der Mythengesellschaft AG statt. Jedoch sind noch nicht alle Aktien gezeichnet. Mit Erfolg wird eine zweite Subskritionsmöglichkeit geboten.
Bereits am 15. Juni wird mit Bauunternehmer Domenico Taddei in Gersau ein Bauvertrag abgeschlossen über die «solide Erstellung eines Weges« von vier Fuss Breite und einer Maximalsteigung von 35 % auf den Grossen Mythen, vom Wannenweidli bis auf die Spitze um die «Aversalsumme» von Fr. 3400.--. Taddei verpflichtet sich u.a., den Weg bis zum 1. September 1864 vollständig zu erstellen, und zwar so, dass er «vom Berghang bis an die Aussenseite eine Horizontale bildet.» Taddei beginnt sofort mit den Arbeiten am 2400 Meter langen Weg mit 47 Windungen. Über das «Bändli» montiert man ein Eisengeländer und an verschiedenen Stellen werden Drahtseile angebracht.

Am 17. September verkündet ein Freudenfeuer auf dem Gipfel die Eröffnung des Weges in weite Fernen.
Prof. A.D. Bommer schildert in der NZZ vom 14. und 15. Oktober den Mythenweg und macht auf dessen Vollendung aufmerksam. Am 18. Oktober eröffnet eine stattliche Zahl Mythenfreunde feierlich den Weg. Die Feier wurde überschattet durch den tödlichen Absturz von Hptm. Valentin Castell, der beim Abstieg seinen Kameraden nachgeeilt war.
Der Vorstand tritt mit Herausgebern von Reisebüchern in Verbindung, um den Besuch des Grossen Mythen zu propagieren. Aus finanziellen Gründen verzichtet man auf Erstellen eines Panoramas. Der Tarif für Mythenführer, die bis zu zwanzig Pfund zu tragen hatten, wird auf Fr. 4.-- und für ein Pferd aufwärts auf Fr. 8.--, abwärts auf Fr. 6.-- festgesetzt.

1865
erhält Richter Josef Nauer die Bewilligung, auf eigene Kosten auf dem Gipfel eine provisorische Baute zu erstellen. Dem Begehren auf Zuweisung eines Hausplatzes auf Holzegg stimmt die Oberallmeindverwaltung zu, sofern der Platz an einer öffentlichen Versteigerung vergeben werde.
Den Mythenweg sichert man mit 36 eisernen «Stüden» (und entsprechenden Drahtseilen). Taddei wird beauftragt, auf dem Gipfel Planiearbeiten auszuführen und auf der  Schwyzer Seite eine Schutzmauer zu erstellen.

1866
Die GV vom 8. Januar trifft mit stud. phil. Albert Heim, Zürich (dem späteren berühmten Geologen), folgende Abmachung:
«a. Herr Heim entwirft im Herbst 1866 auf dem Mythen das Panorama, zeichnet es während des Winters auf Stein, so dass die 
       Abdrücke bis Juli 1867 auf das in Schwyz abzuhaltende Eidgenössische Schützenfest erhältlich sind.
       Das Panorama wird nur in scharfen Umrissen, ohne Schattierungen ausgeführt, jedoch mathematisch genau, alle
       beachtenswerten Stellen verzeichnen.
b.   Als Entschädigung erhält Herr Heim
      1. für die Zeichnung Fr. 200.--
      2. während der Aufnahme freie Verköstigung auf dem Mythen
      3. Reiseentschädigung
c.   Den Druck des Panoramas lässt Herr Heim in Zürich durch Lithograph Kaspar Knüsli für 40 Cts. pro Exemplar besorgen. Herr
      Lithograph d'Aujourdhui in Schaff-hausen liefert farbige Umschläge dazu, pro Stück Doppelblatt zu 8 Cts.»
Gemeindeschreiber Dominik Triner übernimmt den Druck eines Mythenbüchleins (ca. 8 Seiten), redigiert von Prof. A. D. Bommer, in tausend Exemplaren für Fr. 60.--. Zur Bestreitung der Kosten werden die Aktionäre ersucht, pro Aktie nochmals Fr. 3.-- «einzuzeichnen» und jeder Zeichner erhält ein Panorama und «Am Eigentumsrecht des Steines Anteil.»
Als Nachzahlung pro Aktie gehen Fr. 414.-- ein. Die Oberallmeind schenkt der AG fünf Stöcke Holz, damit aus dem Erlös die «eisernen Geländer am Band» bezahlt werden können.
Die OA-Korporation wird ersucht, dem Mythenweg entlang Nadelholzsetzlinge zu pflanzen und zu verbieten, dass Ziegen und Schafe, «welche durch Antreiben von Steinen und Abfressen von Pflanzen den Mythenweg unsicher machen», dort weiden dürfen.

1869
GV vom 14. März: Kosten für Mythenpanorama und Mythenbüchlein: Fr. 799.05 bei Fr. 674.-- Einnahmen. Guthaben des Rechnungsführers Fr. 124.55. 

1885
Weil die gesteckten Ziele mit Vollendung des Weges und Erstellung eines Häuschens erreicht waren und Nauer, der den Mythenweg gut unterhalten und die Wirtschaft gut geführt hatte, inzwischen gestorben war, und am 3. August das Häuschen abgebrannt war, findet erstmals wieder am 8. November eine GV statt. Sekretär Bommer erstattet Bericht über die Jahre 1863 bis 1869. lngenieur Josef Bettschart, Präsident der Sektion Mythen, weist daraufhin, dass seit dem Tode Nauers die Wirtschaft mit zu hohen Preisen aufwarte und der Weg mangelhaft unterhalten werde. Er hatte bereits an der Delegiertenversammlung des SAC in Villars erreicht, dass dieser eine Subvention von Fr. 500.-- zusicherte, sofern die Baute den Charakter einer Clubhütte erhalte und der Aufsicht des SAC unterstellt werde. Bettschart vertritt die Meinung, dass der SAC die Mythenwirtschaft übernehme. An der GV vom 20. Dezember erklärt Bettschart, die Sektion Mythen sei geneigt, die Baute zu erstellen und den Wegunterhalt zu übernehmen. Die Mythengesellschaft sollte gleichwohl weiterbestehen und könne von der Sektion Mythen jederzeit Rechenschaft verlangen.

1886
An der GV vom 3. Januar, an der 84 Aktienstimmen vertreten waren, überträgt die Mythengesellschaft der Sektion Mythen die Vollmacht, «die zum Zwecke der Betreibung einer Wirtschaft mit Nachtherberge auf dem <Grossen Mythen> projektierte Baute» auszuführen, und zwar im Baurecht. Zur Beschaffung des Kapitals werden Aktien ausgegeben, wobei die Mitglieder der Mythengesellschaft das Vorrecht haben. Die Sektion Mythen dürfe die Wirtschaft selber führen oder vermieten, habe jedoch den Nettogewinn zur Hebung des Mythenbesuches und zur Verbesserung des Weges zu verwenden, ihn zu unterhalten und im Frühjahr rechtzeitig zu öffnen. Der Sektion Mythen wird der lithographische Stein mit dem Mythenpanorama überlassen, an dem jedoch nur unter Aufsicht von Prof. Heim Veränderungen vorgenommen werden dürfen. Das Panorama musste zum Selbstkostenpreis verkauft werden. Die sehr ausführliche Übereinkunft enthält noch Bestimmungen über die Rechnungsführung, Vertragsauflösung und Rückkauf des Hauses.
Ausserordentliche GV der Sektion Mythen vom 2. Mai: Von den 170 Aktien zu Fr. 25.-- sind 142 gezeichnet. Man hofft, die restlichen innert kurzer Zeit zu verkaufen. Gründung der Mythenunternehmung mit dem initiativen lng. Jos. Bettschart als Präsidenten (neben andern erstmals ein Einsiedler, Kantonsrichter C. Gyr, z. Pfauen, im Vorstand). Dieser erhält die Kompetenz, sofort den Bau der Clubhütte in Angriff zu nehmen. Die Zimmerarbeiten werden für Fr. 1100.-- J. J. Rickenbacher, Gründelsäge, vergeben, der auch den Transport sämtlicher Holzarbeiten und der Eisenteile für Fr. 500.-- übernimmt. Mit der Projektierung einer (neuen) Weganlage beim «Bändli» wird zugewartet.

1887
Die ausserordentliche GV der Mythenunternehmung genehmigt den Rechnungsabschluss:

Einnahmen:
Fr. 3750.--   150 Aktien à Fr. 25.-- 
Fr.    65.--    Geschenktes Holz      
Fr.    16.25   Zinsen              
Fr.     46.--   Geschenk Sektion Villars SAC   
Fr.    350.--   Pachtzins 1886/1887 
Fr. 4227.25

Ausgaben:
Fr. 4167.90  Bauten, Wege und Reparaturen     
Fr.    59.35   Kassasaldo                                   
Fr. 4227.25     

Der Statutenentwurf von Präsident Jos. Bettschart für eine Umwandlung der Mythenunternehmung in eine Aktiengesellschaft wird, mit reduziertem Vorstand als Verwaltungsrat genehmigt.

1888
Einschindeln der Südseite, Eintäfern des Schlafzimmers (Fr. 250.--); Pachtzins für Suter Fr. 300.--, der den Weg zu unterhalten und die Wirtschaft zu festen und mässigen Preisen zu führen hat, damit auch in dieser Hinsicht der Sport für Fusstouren gefördert werde («Bote» im GV-Bericht). Beschluss über Anschaffung eines Plakates für die Mythenwerbung.

1889
Die GV vom 26. Mai nimmt Kenntnis, dass das Centralkomitee des SAC bereit ist, die Fr. 500.-- auszurichten, sobald der Mythenweg richtig erstellt sei. Das Einschindeln der Ostseite wird für Fr. 70.-- vergeben.

1890
An der GV vom 9. März erklärt der Verwaltungsrat, nicht im Stande zu sein, eine Dividende zu beantragen. Die erwachsenen Passiven werden in eine feste Schuld umgewandelt. Die längst pendente Rechnung des Präsidenten lng. Jos. Bettschart (Projektierung des Weges, der Hütte etc. dessen Photographien aus jener Zeit heute noch bewundernswert sind), wird als richtig befunden und er erhält zur Abgeltung sechs Aktien und das Recht des Alleinverkaufs von Photographien auf dem Mythen! lm allgemeinen Schlafraum wird eine Zwischenwand erstellt, damit dem Pächter ein abgeschlossenes Zimmer zur Verfügung steht, in dem er einige Betten aufstellen dürfe. Der Pachtzins wird ihm auf Fr. 370.-- erhöht.

1891
Einsiedler, welche die Brüstungsmauer auf dem Mythen zerstört hatten, müssen auf Klage hin für die Wiederinstandstellung Franken 200.-- bezahlen. Das Organisationskomitee der Bundesfeier lässt auf dem Mythen eine Eisenkonstruktion für das 1. Augustfeuer in Form des Schweizerkreuzes errichten (Kosten: Fr. 500.--).

1892
Das Bundesfeierkomitee schenkt das Mythenkreuz der Gesellschaft, mit der Auflage, dass dieses dort verbleibe und unterhalten werde, und so immer seinem Zwecke dienen könne. Die GV vom 16. März 1892 lehnt den Antrag der Sektion Mythen ab, ihr für die Unterstützung der Wegerstellung vier Aktien zu schenken. Die Hütte wird für Fr. 1500.-- versichert.
Den Protokollen der folgenden Jahre ist zu entnehmen, dass auch der Weg von der Holzegg abwärts durch die Weiden von der Gesellschaft unterhalten werden sollte. Man befasst sich mit der Neuausgabe des Mythenpanoramas und der Beschaffung eines Plakates, und

1896
an der GV vom 15. März wird der Entwurf der Orell, Füssli und Co. als sehr hübsch bewertet. Es werden tausend Exemplare zu
Fr. 900.-- bestellt.

1897
Die GV vom 16. Februar beschliesst, eine Anleihe von Fr. 500.-- aufzunehmen, da die Rechnung einen Passivsaldo von Fr. 800.-- aufweist. Der Mythenwart hat die Plakate zu Fr. 1.-- pro Stück zu verkaufen. Das Anerbieten der Orell, Füssli & Co., je ein Plakat zu 
Fr. 8.-- an Bahnstationen aufzumachen, wird abgelehnt.

1899
An der Generalversammlung vom 13. März wird dem Mythenwirt Alois Suter nicht erlaubt, auf eigene Kosten auf dem Mythen ein Telephon zu installieren. Nach Verhandlungen mit Professor Albert Heim, wird darauf verzichtet, ein neues Panorama zu erstellen. Der Stein sei vernichtet und die Beschaffung eines neuen käme zu teuer. «Darauf beginnt das Käsfondue, wonach Schluss der Sitzung erklärt wird.»

1908
Erstmals wieder am 29. März eine GV bei sechs anwesenden Aktionären. Am 3. April 1900 war Präsident J. Bettschart, der sich um die Gesellschaft der Mythenfreunde am meisten verdient gemacht hatte, gestorben. Neuer Verwaltungsrat: Hermann Hediger, Präsident, Theodor Schuler-Henggeler, Max Felchlin, Alois Reichlin-Bettschart und Alois Suter, Mythenwart.

1912
Auf eine Offerte von Werner Kälin, Einsiedeln, für die Verlegung des Mythenweges auf die Südseite, Länge 534 m, mittlere Steigung 26.6 %, Kosten Fr. 6000.--, wird nicht eingetreten.

1915
Mythenpächter Alois Suter, der seit 1887 die Wirtschaft mit Umsicht geführt und bereits eine Wegverlegung auf die Südseite angefangen hatte, verkauft die Holzegg und verzichtet auf die Pacht des Mythenhauses. Dem Nachfolger Josef Küttel wird der Pachtzins wegen der Kriegszeit auf Fr. 200.-- reduziert. lm Einverständnis mit der Sektion Mythen wird das Haus zum festen Preis von Fr. 2000.-- von Josef Blaser restauriert und durch einen Betonmauerkranz verstärkt.

1917
Bernhard lneichen, Präsident der Sektion Mythen, regt eine Auflösung der Mythengesellschaft und der Mythenunternehmung an, deren Aufgaben der Sektion Mythen SAC übertragen werden solle.
Der Verwaltungsrat der Mythengesellschaft nimmt an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 12. Juni - zu der in den beiden Lokalzeitungen und mit vierzig Chargé-Schreiben an die Aktionäre eingeladen worden war - Stellung. Er lehnt eine Auflösung der Gesellschaft und die Übernahme ihrer Aufgaben durch die Sektion Mythen SAC ab. Er ist jedoch bereit, der Sektion Mythen durch die Aufnahme einer Mehrheit im Verwaltungsrat entgegenzukommen und die Sektion durch eine vertragliche Bindung an die Bewirtschaftungs- und Verkehrsziele in die lnteressen einzuspannen. Darauf verzichtet der Vertreter der Sektion Mythen (sie ist mit 67 von 82 Aktien an der GV vertreten) auf den Liquidationsantrag. So verblieb das Dreieckverhältnis: Mythengesellschaft-Mythen-unternehmung und Sektion Mythen SAC weiterhin gewissermassen «in wilder Ehe» bestehen.

1919
Wiederholte Klagen von Touristen bedingen eine Korrektion des Weges und Neuanbringen von Seilen. Schäden am Mythenhaus, verursacht durch Blitzschlag, behebt Schreinermeister Josef Lindauer. Neuanschaffung von zwei Tischen, zwei Bänken und sechs Tabouretts. Die Pacht geht nach dem Tode von Josef Küttel an Wilhelm Messmer, mit dem

1920
ein neuer Vertrag abgeschlossen wird (Pachtzins Fr. 200.-- und Verpflichtung zur Vornahme kleiner Wegreparaturen). Beitragsgesuch der Sektion Mythen an eine Mythenbroschüre.

1921
GV vom 29. Dezember wählt a. Gemeinderat Kaspar Weber, der jeweils die Blitzschutzeinrichtungen zu reparieren hatte, als Nachfolger von Theodor Reichlin zum Präsidenten. Wegen immer wiederkehrenden Arbeiten am Haus und am Weg, wird der Pachtzins auf Fr. 300.-- erhöht,

1922
weshalb der Hüttenwart kündigt. Man einigt sich auf Fr. 250.--, wobei sich Messmer verpflichtet, den Weg zu unterhalten, soweit er nicht durch Naturereignisse schwer beschädigt werde. Damit wiederholte Klagen verstummen, habe er wenigstens bei gutem Wetter das Haus offen zu halten und einen Hüttenwart zu stellen.
Die Sektion Mythen gibt das Mythenpanorama von Prof. Dr. Albert Heim in einer Auflage von 20 000 Stück neu heraus. Kosten Franken 14 436.85, Beitrag des SAC Fr. 10 000.--. Die Sektion Mythen ersucht um einen Beitrag, da ihr Kostenanteil an Panorama und Mythenbroschüre Fr. 20 000.-- betrage.

1924
Die bewährten Mineure Lalli und Hubli vom Steinbruch Al. Weber sprengen am 10. Juni am Nordwest-Gipfel den Überhang von ca. 80-90 m3, der begonnen hatte, sich langsam gegen die westliche Seite abzudrängen. Dazu meldete der «Bote der Urschweiz»: «Tausende von Augenpaaren werden sich heute Abend der Stelle des interessanten Experimentes zuwenden.» Mit dieser Sprengung reduzierte sich die Höhe des Mythens von 1902 auf 1898 m. (Nicht zutreffend. Siehe Anhang «Die reduzierte Gipfelhöhe»).

1925
Der Wiederaufbau der eingestürzten Umfassungsmauer wird Unternehmer Alois Aufdermauer vergeben. Nach 1925 schweigt das Protokoll über zehn Jahre.

1935
Differenzen wegen der lllumination des Mythenkreuzes. Dabei wird geklärt und von der Gemeinde Schwyz der Sektion Mythen Auftrag erteilt, dass diese über den Mythenpächter das Feuer (in der dafür eingerichteten Kreuzform) entzündet. Wieder einmal mehr wird die Verlegung des obern Teils des Mythenweges auf die Südseite erwogen.

1936 
Die Gemeinde Schwyz erhöht den Beitrag für die Beleuchtung des Mythenkreuzes von Fr. 80.-- auf Fr. 100.--.

1937
GV vom 17. August: Sieben Teilnehmer, die 118 Aktienstimmen vertreten. Neuer Verwaltungsrat: Dominik Weber, Präsident, Leo Fellmann, Kassier, Dr. D. Aufdermauer, Aktuar, Beisitzer: Pius Weber jun. und Martin Biser. Der Versuch, die Aktienbesitzer ausfindig zu machen, zeitigte nur einen Teilerfolg. Die AG muss wegen des für sie gesetzlich vorgeschriebenen Mindestkapitals von Franken 50 000.-- aufgelöst werden.

1938
An der Vorstandssitzung vom 7. April orientiert Dr. Dominik Aufdermauer über den Modus der Liquidation (der mindestens zwei Drittel der Aktien zustimmen müssten). An der Totenplangg wird eine Warnungstafel angebracht.
Die Aktionäre werden aufgefordert, über ihren Aktienbesitz Auskunft zu geben.
Für die Wegverlegung (140 Laufmeter) liegen Offerten von Franz Steiner, lbach (Franken 4900.--) und von Alois Aufdermaurs Söhne (Fr. 3500.--) vor. ln einer ersten Etappe will man aber das Haus renovieren, in einer zweiten den Abort verlegen und erst als drittes den Weg bei der Totenplangg sanieren.

1939
Der Verwaltungsrat bereinigt den Entwurf für Statuten des neu zugründenden «Vereins der Mythenfreunde». Eine Einsendung in der «Schwyzer Zeitung», wonach ein Ungenanntseinwollender einen Beitrag an die Verlegung des Mythenweges versprochen habe, erweist sich als Zeitungsente.
Mythenwirt Wilhelm Messmer unterbreitet eine Aufstellung für die Jahre 1919 bis 1938 über die tödlichen Unfälle im Mythengebiet, soweit sie ihm bekannt sind:
Totenplangg 7 Personen (Absturz), Haggenspitz 10 Personen (Absturz), Karrenplangg 2 Personen (Blitzschlag, Herzlähmung), Wysses Wändli 2 Personen (Absturz), Mittelgipfel 1 Person (Blitzschlag), Adlerspitz 1 Person (Steinschlag), Chrüzplangg 1 Person (Steinschlag), Peter und Paul 1 Person (Absturz), Griggeli 1 Person (Absturz). Entgegen der bisherigen Annahme hat also nicht die Totenplangg am meisten Opfer gefordert.

1941
Der neue Mythenpächter Alfred Fritsche erhält einen Butangasherd.
lm Schlussakt des Bundesfeierspieles leuchtete jeweils an 18 Aufführungen das Mythenkreuz auf, wofür die Mythengesellschaft einen Beitrag von Fr. 500.-- erhält. Das Bundesfeierkomitee lässt auch die defekten Feuerteller ersetzen und schenkt Alfred Fritsche als Dank für die Transporte die neue Fahne. An Feuerpfannen sind inventarisiert 58 Stück ohne und 15 Stück mit Rückwand, 1 Stück gross für die Mitte und 2 Lötlampen.
Nachdem ein Soldat bei der Totenplangg beim Blumenpflücken (trotz Warnung durch die Tafel und seinen Offizier) abgestürzt war, ersucht Oberstkorpskommandant Labhart, zur Verhütung weiterer Unfälle entsprechende Massnahmen zu treffen, evtl. die Plangg «abzukratzen».

1942
Bautechniker Armin Howald, Einsiedeln, schlägt vor, zur Absicherung der Absturzstelle an zwei Orten je 3 m lange Auffanggeländer anzubringen. Beide Ansinnen werden aus Gründen des Naturschutzes und weil es jedem denkenden Menschen klar sein sollte, dass die Warnungstafel nicht Reklamezwecken diene, abgelehnt. Für Verbesserungen wurden 1941 und 1942 Fr. 2358.44 aufgewendet.

1943
Die Gemeinde Schwyz erhöht den Beitrag für die Beleuchtung des Mythenkreuzes auf Fr. 200.--.
Die lnhaber von 103 Aktien konnten ausfindig gemacht werden, womit die 2/3 Mehrheit für die Liquidation der AG, die wegen des Krieges verzögert worden war, gegeben wäre. Der Statutenentwurf für den zu gründenden Verein wird nochmals durchberaten und der Aktuar erhält den Auftrag, mit Notar Reichlin, die Form der Liquidation zu besprechen. Die Geburtswehen für den Verein erstrecken sich aber anscheinend bis 1949.

1946
Am 6. Juni Tagfahrt auf dem Mythen; Wegbesichtigung und erneut Abklärung einer VerIegung des «Oertlis». Die Genossame Schwyz, seit 1882 Eigentümerin des Mythens, wird darauf aufmerksam gemacht, dass im obern Teil des Weges eine grössere Felspartie abzustürzen drohe und Menschen, Vieh und Alphütte gefährde. Nach heftigen Regengüssen war dies bald darauf der Fall, ohne jedoch auf Zwüschenmythen Unheil anzurichten.
Die Bemühungen des Verwaltungsrates um Befreiung der Mythengesellschaft von den kantonalen Steuern haben Erfolg. Die Begründung hielt vor dem Fiskus stand, dass nämlich das Unternehmen gemeinnützig sei und das wenige vorhandene Geld für die Sicherheit der Besucher verwendet und nie eine Dividende ausbezahlt werde, dass die Funktionäre ohne Bezahlung ihre Arbeiten leisteten und die Gesellschaft jedes Jahr am 1. August, dem Gedenktag unserer Freiheit, das leuchtende Mythenkreuz über die Lande entflammen lässt, um die Eidgenossen zu vaterländischer Gesinnung anzuregen.

1947
Ein Brand im Gewerbeschulhaus Schwyz vernichtete den grössten Teil des Rettungsmaterials der Sektion Mythen SAC. Dass das versicherte Material umgehend ersetzt werden konnte, liegt auch im lnteresse der Mythengesellschaft, weil dieses Material sehr oft bei Unglücksfällen am Mythen zum Einsatz kommt.

1949
Anlässlich der schweizerischen JO-Leitertagung des SAC in Schwyz, besuchten die Junioren auf verschiedenen Routen die Gipfel der Mythen. Am Grossen Mythen wurden alle klassischen Aufstiege und Kletterrouten begangen.

1950
Verschiedene Ausbesserungen am Mythenweg, vorab Neubefestigungen der Drahtseile, wurden ausgeführt.

1952
Die Sektion Mythen SAC - seit 1866 mit der Mythengesellschaft eng verbunden, begeht ihr 75jähriges Bestandesjubiläum. Der erste Präsident der Sektion Mythen SAC, lngenieur Josef Bettschart, war durch lange Jahre der Promotor der Mythengesellschaft. Von ihm stammen viele der schönen (in dieser Schrift verwendeten) Mythenfotos.

1957-1958
Diese beiden Jahre waren durch keine besondern Aktivitäten und Vorkommnisse geprägt.
Die Zahl der Mythenbesucher schwankte zwischen 6-10 000 und zu Diskussionen an den Vorstandssitzungen und an den Generalversammlungen bieten der schlechte Zustand des Mythenweges und das Mythenhaus Anlass.

1959
lm Herbst schlug der Blitz in das Mythenhaus. Nur durch das rasche und entschlossene Eingreifen des Pächters konnte das Objekt vor der Zerstörung bewahrt werden.

1960
Die diesjährige Generalversammlung findet unter der Leitung von Präsident Pius Weber bei schönstem Wetter am 23. Mai auf der Rössliterrasse statt, «angesichts der beiden Mythen», wie es im Protokoll heisst. Die zehn anwesenden Mythenfreunde diskutieren nebst den statutarischen Geschäften auch über den Zustand des Mythenweges und des Mythenhauses.

1961
An der Generalversammlung vom 14. Juli vernehmen die Mythenfreunde, dass der Blitz in die Transportseilanlage geschlagen hatte. Das Seil wurde zerrissen und fiel auf Zwischenmythen hinunter, wo es einigen Schaden anrichtete. Das Transportseil wurde durch die Firma Garaventa wieder eingezogen. Diskutiert wird aber auch die Möglichkeit einer Verlegung der Transportseilanlage nach Holzegg.

1963
An der Generalversammlung vom 26. Dezember - genau an jenem Tag, da sich vor hundert Jahren die Mythengesellschaft als Aktiengesellschaft konstituiert hat - steht eine Verlegung des Mythenweges zur Diskussion. lnitiant ist Max Felchlin, der lng. Franz Pfister beauftragte, ein Projekt auszuarbeiten und ihm Karl Schürpf zur Verfügung stellt. Von den drei vorliegenden Varianten zeichnet sich in der Diskussion bald eindeutig eine Wegverlegung im obern Teil, unter Umgehung der Totenplangg, als beste Lösung ab. An der Totenplangg waren seit 1907 fünfzehn tödliche Abstürze erfolgt. Als unzweckmässig werden die beiden andern Lösungen - die Erstellung einer Eisenstiege oder eines Tunnels -  betrachtet. lm Anschluss an die ausgiebige Diskussion beschliesst die Generalversammlung, die vorliegenden Projekte weiter zu verfolgen und die Finanzierung abzuklären. Ausserdem sprechen sich die anwesenden Mythenfreunde für eine gemeinsame Mythenfahrt im Herbst 1964 aus, an welcher man des hundertjährigen Bestehens gedenken will. Auch soll der vergriffene Mythenführer neu herausgegeben werden.

Copyrigth © Verein der Mythenfreunde Schwyz